Internationales Lernen und Kooperationen als Aufgabe der ganzen Schule

Von der Einzelmaßnahme zum Whole School Approach
Internationales Lernen und Kooperationen als Aufgabe der ganzen Schule - Whole School Approach - Stufen auf dem Weg zur Internationalisierung

Schulen, die sich auf den Weg zu einer Internationalisierung begeben wollen, geben wir mit den folgenden Überlegungen erste Impulse und Hinweise auf anregende Materialien. Die Vision einer vollständig internationalisierten Schule soll jedoch nicht abschrecken: Das Wichtigste am Weg ist sein Anfang. Wir verstehen Internationalisierung immer als einen Prozess, der in verschiedenen Intensitäten gedacht werden kann, und skizzieren mögliche Stufen einer internationalisierten Schule.

Schule heute braucht die internationale Perspektive

Zentraler Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule ist es, Kinder und Jugendliche zum selbständigen Leben als verantwortungsvolle Persönlichkeiten zu befähigen, die aktiv am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben. Gerade von Schulen wird außerdem erwartet, junge Menschen auf das Leben in einer globalisierten Welt vorzubereiten, sie bei der Entwicklung der notwendige Urteilskraft zu unterstützen, sich in einer Welt mit komplexen Zusammenhängen zurechtzufinden und für ein demokratisches und friedliches Zusammenleben auf dem gemeinsamen Planeten einzutreten (vgl. z.B. Hamburgisches Schulgesetz §2).

Damit Schule diesem Auftrag auch nur annähernd gerecht werden kann, muss sie heute immer auch eine interkulturelle und internationale Dimension berücksichtigen. Eine derart komplexe Aufgabe ist nicht von einzelnen Lehrkräften zu leisten, sondern kann nur die Sache der gesamten – einer internationalisierten – Schule sein.

Eine zeitgemäße Schulentwicklung sollte daher bestrebt sein, der interkulturellen und internationalen Dimension des Lebens und Lernens an der Schule angemessenen Raum zu geben und diese Perspektiven über kurz oder lang zum selbstverständlichen Teil der gesamten Schule zu machen.

Internationalisierung und internationaler Austausch

Unter Internationalisierung verstehen wir einen komplexen, längerfristig angelegten Schulentwicklungsprozess, der auf eine progressive, strukturierte und zielgerichtet transnationale bzw. internationale Öffnung und Vernetzung von Schule abzielt, etwa durch grenzüberschreitende Aktivitäten und Kooperationen. Gleichzeitig beschreibt der Begriff das Ziel dieses Prozesses: die Berücksichtigung einer internationalen und interkulturellen Dimension in möglichst vielen Aspekten des Unterrichts und des Schullebens (vgl. Knight, 2003).

Internationalisierung steht dabei nicht allein. Sie wirkt gemeinsam mit anderen schulischen Bildungszielen: Neben der Entwicklung von Globaler Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern können ihm die Ziele von Bildung für Nachhaltige Entwicklung, des Fremdsprachenlernens oder der Europabildung zugeordnet werden.

Damit eine internationalisierte Perspektive zum selbstverständlichen Teil des Schullebens wird, braucht es verschiedene Anknüpfungspunkte für internationale und interkulturelle Bildung in der Schule: Im Unterricht selbst können verstärkt globale Inhalte berücksichtigt und diese über Fächergrenzen hinweg abgestimmt werden, etwa durch Beiträge zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung oder zur historisch-politischen Bildung im europäischen und internationalen Kontext. Neben dem Unterricht mit internationalen Perspektiven braucht es aber auch die Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler, eigene interkulturelle und internationale Erfahrungen bei einem internationalen Austausch zu erwerben.

Internationaler Schüler*innenaustausch wird hier verstanden als Begegnungen von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern, die einem konkreten Bildungsziel zugeordnet sind, im schulischen Rahmen stattfinden, aber auch durch Träger der internationalen Jugendarbeit organisiert werden können. Solche Begegnungen finden in Deutschland, am Ort des Partners oder an einem Drittort statt. Sie können für einen kürzeren Zeitraum stattfinden, dann oft als Gruppe, oder bei einem längerfristigen individuellen Schulaufenthalt im Ausland. Sie dienen den Teilnehmenden nicht allein zum sprachlichen und interkulturellen Kompetenzerwerb, sondern ermöglichen Empathie, ermöglichen den Abgleich eigener Werte mit fremden und befähigen zum Blick über den Tellerrand. Nicht zuletzt sind sie Anstoß zum anschließenden Perspektivwechsel oder auch zu weiterer Partizipation als global citizen.

Schulische Austausche, regelmäßig oder in bestimmten Klassenstufen angeboten, können ein wichtiger Teil der Internationalisierungsstrategie einer Schule sein, sollten aber nicht der einzige bleiben. Allein das Angebot möglichst vieler Austauschaktivitäten macht eine Schule noch nicht zu einer internationalisierten.

Internationalisierung als Whole School Approach

Anliegen der Schulentwicklung mit dem Schwerpunkt auf Internationalisierung ist es also, internationale Perspektiven und Aktivitäten dieser beiden Ebenen – der Wissensvermittlung und Diskussion im Unterricht wie auch dem tatsächlichen Erleben einer internationalen Dimension im Austausch mit anderen – in der Organisation und im Alltag einer Schule nachhaltig zu verankern.

Wie so oft, erscheint auch hier ein ganzheitlicher Ansatz geeignet, die Internationalisierung zur Angelegenheit der gesamten Organisation Schule zu machen. „Globale Entwicklung in der Schule“ definiert einen solchen Whole School Approach als

„die gemeinsame Ausrichtung und die Zusammenführung aller Aktivitäten einer Schule unter dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Das beginnt bei der Grundhaltung und entsprechendem Schulcurriculum sowie der Unterrichtsgestaltung und weitet sich aus auf alle schulischen Einrichtungen und unterrichtsergänzenden Aktivitäten. Schulen können als Mikrokosmos der Gesellschaft verstanden werden. Sie stehen wie viele andere Institutionen vor der Aufgabe, nachhaltiges Facility Management und verantwortungsbewussten Gebrauch von Ressourcen umzusetzen sowie demokratische Partizipation, Inklusion und die Bearbeitung sozio-kultureller Konflikte zu gestalten. Dies kann Schule mit ihrem Bildungsauftrag verbinden.“  

Die UNESCO (2018) ergänzt dazu die Perspektive der Lernenden:

“It implies collective and collaborative action in and by a school community to improve student learning, behaviour and wellbeing, and the conditions that support these.”
(„Er impliziert kollektives und kooperatives Handeln in und durch eine Schulgemeinschaft, um das Lernen, Verhalten und Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler zu verbessern sowie die Bedingungen, die dieses unterstützen.“, S. 17)

Ein solcher Schulentwicklungsprozess hinterfragt über einen längeren Zeitraum die bestehende Organisation der Schule an sich und will schrittweise Veränderungen herbeiführen. Dabei geht es nicht um eine in sich geschlossene strukturelle Vorgabe, sondern um die prinzipiell offene Herangehensweise einer lernenden Organisation.
Eine Bildungseinrichtung kann ihre Internationalisierung mit bereits vorhandenen Schwerpunkten zusammenführen oder bestehende Aktivitäten wie Schulaustausche und internationale Kooperationen weiterentwickeln. Internationalisierung als Querschnittsthema hilft, andere herausfordernde Aufgaben schulischer Bildung zu bewältigen, etwa die Inklusion verschiedener Bildungsgruppen. Bei der Erstellung bzw. Neujustierung des Schulprofils oder der Entwicklung eines spezifischen Schulprogramms sollte die internationale Dimension von Beginn an konsequent mitgedacht werden, um sie später, in Kooperationen mit lokalen und auch ausländischen Partnern, dann schrittweise weiterzuentwickeln.

Schulen, die einem internationalisierten Anspruch gerecht werden wollen, leisten einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Reiner Mathar (2017) versteht in seiner Definition darunter die

„selbst- und mitbestimmte zukunftsfähige Gestaltung aller Lebensbereiche unter Einbeziehung der universellen Menschenrechte sowie der Anforderungen und Chancen kultureller Vielfalt“. Ohne ein entsprechendes Lernen sei nachhaltige Entwicklung nicht möglich: „Schulen sind daher aufgefordert, ihr eigenes Handeln vor dem Hintergrund des Leitbilds einer nachhaltigen Entwicklung zu reflektieren und Möglichkeiten der (verstärkten) Integration des Nachhaltigkeitsgedankens in einzelnen Bereichen zu identifizieren.“

Der Abschnitt zum „Lernbereich Globale Entwicklung als Aufgabe der ganzen Schule“ im Orientierungsrahmen Globale Entwicklung gibt einen guten Überblick, wie Nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen durch einen Schulentwicklungsprozess Anliegen der gesamten Schule werden kann. Der Text liefert Beispiele für Schulen, denen dies bereits gelungen ist. Er kann auch auf die Internationalisierung von Schule übertragen werden.

Auf dem Weg zu einer internationalisierten Schule

Ein Schulentwicklungsprozess zur Internationalisierung gelingt jedoch nicht von jetzt auf sofort. Er ist oft langwierig, mitunter komplex. Internationalisierung lässt sich aber in unterschiedlichen Intensitäten denken, und eine Schule kann dabei verschiedene Stufen erreichen. Das Prozesshafte ist integraler Bestandteil einer solchen Entwicklung und diese eine höchst individuelle Abfolge von Einzelschritten. Der wichtigste dieser Schritte ist der Anfang.

  • Schule ohne internationale Kooperation

Auch Schulen ohne grenzüberschreitende Partnerschaften können die internationale Dimension im Lernen und Leben stärken. Der wichtigste Schritt liegt zu Beginn in der Bewusstwerdung und Sensibilisierung der Mitglieder der Schulgemeinschaft.

Zunächst einmal lassen sich globale Fragen und internationale Themen in den verschiedenen Unterrichtsfächern finden (vgl. u.a. Orientierungsrahmen Globale Entwicklung).

Internationale Themen sind jedoch auch außerhalb des Unterrichts zu entdecken, etwa im multiethnischen Klassenzimmer oder bei Kooperationen mit lokalen Partnern. Sie können im Rahmen der Schule aufgegriffen und fruchtbar gemacht werden, bspw. bei regelmäßigen Aktivitäten der Schule, zu Themenwochen oder in Projekten. Solche Formate (z.B. Europa- oder Fremdsprachentage, zu Klimaschutz und Umwelt oder Städtepartnerschaften) stärken die Auseinandersetzung mit internationalen Themen und schaffen ein Bewusstsein dafür, dass sich junge Menschen in einer globalisierten Welt orientieren und Möglichkeiten zu grenzüberschreitender Mobilität erhalten.
„Internationalization at home“ bietet eine weitere Möglichkeit, die ethnische Vielfalt an der Schule selbst zu thematisieren und für die Schaffung eines internationalen Bewusstseins zu nutzen.

Auch über internationale Bezüge im Schulprogramm kann und sollte eine Schule in dieser Phase nachdenken. Besteht bereits ein Schulprogramm, kann dieses um eine internationale Dimension ergänzt werden. Die Schule kann spezifische Themen und Schwerpunkte benennen, etwa zur konkreten Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrages vor einem lokalen Hintergrund (Verortung in der Kommune, Bezug zu einem lokalen Phänomen) oder einem spezifisch-thematischen (dem Namensgeber, einer fachlichen Profilierung). Das Schulprogramm muss nicht explizit international sein und auch aus bestehenden Punkten lässt sich in der Regel eine internationale Dimension ableiten und ausformulieren.

Auch auf dieser Stufe der Internationalisierung kann eine Schule jungen Menschen bereits internationale Erfahrungen verschaffen, auch ohne selbst einen Austausch anzubieten. Sie kann etwa Informationstage für individuelle Aufenthalte während oder nach der Schule organisieren. Partner dafür finden sich z.B. unter den Organisationen des gemeinnützigen Schüleraustausches.

  • Schule mit einzelnen/lockeren internationalen Kooperationen

Verfügt eine Schule bereits über erste Ansätze einer Internationalisierung, kann sie weitere konkrete Maßnahmen ins Auge fassen. Themen der Schule und Schwerpunkte im Schulprogramm können gemeinsam mit außerschulischen oder ausländischen Partnern umgesetzt werden. Partnerbörsen oder Plattformen wie DINA.International, eTwinnings oder Partnernetzwerk helfen dabei, interessierte Schulen im Ausland zu finden.

Dabei kann eine Schule entweder zielgerichtet auf ein bestimmtes Partnerland, eine Region oder Kommune zugehen, um eine Partnerschaft aufzubauen. Oder sie probiert verschiedene Formate von internationalem Austausch aus, bevor sie längerfristige Kooperationen eingeht.

Zu beachten ist aber, solche Aktivitäten und Kooperationen immer vor dem Hintergrund des Schulprogramms anzugehen und ihnen in der Organisation der Schule stets einen festen Platz zuzuweisen. Einzelne Austausche, Kooperationen und Partnerschaften verdienen es nicht, im luftleeren Raum zu hängen. Bereits bei der Anbahnung und Vorbereitung sollte das Kollegium mitgenommen, d.h. mehrere Lehrkräfte eingebunden werden. Für jedes Austauschprojekt kann eine Lehrkraft federführend verantwortlich sein, aber sie fährt gut damit, weitere Kolleginnen und Kollegen einzubinden, die den Austausch begleiten. Diese können dann ihre Erfahrungen im folgenden Jahr einbringen und Verantwortung übernehmen.

Nicht zuletzt sind Lehrkräfte methodisch-fachlich auf solche Kooperationen vorzubereiten, sei es bei schulinternen Fortbildungen, die auch ein wichtiger Teil des Schulentwicklungsprozesses sein können, oder durch die Teilnahme an externen Veranstaltungen. Die Fach- und Förderstellen bieten regelmäßig Fortbildungen zur inhaltlichen Gestaltung und Durchführung von Austauschbegegnungen oder internationalen Projekten an. Die Landesinstitute für Lehrkräftebildung schulen Lehrkräfte zum Themenfeld interkulturelles Lernen.

Schulleitungen sollten darauf achten, die Kompetenzen im interkulturellen Themenfeld und für die Durchführung von Austauschbegegnungen bei mehreren Mitgliedern im Kollegium zu fördern. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Austauschprojekt nicht auf den Schultern Einzelner lastet.

  • Schule mit verankerter Kooperation

Ziel einer Schule in dieser Phase kann es sein, möglichst viele – oder alle – Schülerinnen und Schüler mit ihren Angeboten zu einem Austausch zu erreichen. Das kann durch die Etablierung verschiedener Formate gelingen (Klassenfahrten ins Ausland, Begegnungen im Rahmen von Schulpartnerschaften, internationale Projektarbeit) oder durch die Zusammenarbeit mit lokalen außerschulischen und ausländischen Partnern.

Vielversprechend ist auch der Ansatz, bestimmte verlässliche Zeitpunkte (Klassenstufen, Anlässe im Schuljahr) oder Anknüpfungen im Unterricht (Themen einzelner Fächer, spezielle Kursangebote usw.) zu bestimmen, an denen Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zu einer internationalen oder Austauscherfahrung haben.

Trifft sich bspw. ein Schulchor oder eine Sportgruppe regelmäßig mit internationalen Partnern, werden auch Schülerinnen und Schüler erreicht, die keine Auslandserfahrungen bei einem individuellen Auslandsaufenthalt oder bei einer Begegnung mit dem Fremdsprachenkurs machen wollen oder können. Die wirkungsvollsten Austausche finden nicht selten außerhalb des Fremdsprachenunterrichts statt, und zwar mit Jugendlichen, die sich selbst nicht für einen Auslandsaufenthalt interessieren oder für ungeeignet halten. Für sie ist die unerwartete Erfahrung im Ausland oder angesichts einer fremden Sprache überraschend, in der Regel aber bestärkend. Entscheidend ist hier die pädagogische Begleitung.

Lehrkräfte an Schulen mit verankerten Bildungskooperationen können Hospitationen an Partnerschulen im Ausland absolvieren und so selbst eine Austauscherfahrung machen. Im Rahmen von Schulpartnerschaften sind auch regelmäßige Lehrkräfteaustausche oder etwa ein Job-Shadowing möglich. (Erasmus+ und die anderen Programme des PAD und der Fach- und Förderstellen für Internationale Jugendarbeit bieten hier div. Möglichkeiten).

  • Schule mit internationalem Profil

Bei der Internationalisierung bereits sehr fortgeschritten sind Schulen, die internationale Dimensionen im Programm und im Unterricht abbilden und schon möglichst vielen Schülerinnen und Schülern internationale Austauscherfahrungen bieten. Besonders dann an, wenn eine Schule mit ihrem Schulprogramm sowie mit außerunterrichtlichen Angeboten explizit auf nachhaltige Entwicklung oder ein europäisches bzw. internationales Profil abzielt (bspw. durch eine Profilierung als Europaschule oder UNESCO-Projektschule), ergibt sich eine ganzheitliche Ausrichtung von Internationaler Bildung und Globalem Lernen.

Solche internationalisierte Schulen erfüllen diverse Kriterien, ohne dass sie damit ihren Entwicklungsprozess vollständig abschließen. Sie …

  • haben Kooperationspartner/Partnerschulen in Europa und/oder weltweit,
  • haben Austauschangebote für viele Schülerinnen und Schüler fest im Schulprogramm verankert,
  • unterstützen den Erwerb globaler Kompetenzen auch zu Hause,
  • ermöglichen allen Schüler*innen eine Austausch-Erfahrung bzw. internationale Begegnungen, (z.B. virtuell), nicht nur bei Austauschen, sondern auch im Unterricht,
  • bestimmen dafür zuständige Lehrkräfte bzw. ein verantwortliches Team,
  • wissen ihr Konzept von allen am Schulleben Beteiligten mitgetragen,
  • machen Internationalität zum Unterrichtsgegenstand und zur Unterrichtsperspektive,
  • evaluieren und optimieren ihr international orientiertes Konzept.

Beim Blick auf Beispiele internationalisierter Schulen wird deutlich, dass sich die Erwartungen deutlich über das Feld einer fachbezogenen Wissensvermittlung hinaus erstrecken, etwa auf veränderte Anforderungen an die Ausstattung der Schule durch den Schulträger, Formen lokaler Zusammenarbeit oder die engere Kooperation mit dem lokalen Umfeld der Schule.

Wird Internationalisierung im Rahmen eines Schulentwicklungsprozesses angestrebt, rücken neben der schulischen Kernaufgabe (Unterricht) sowie außerunterrichtlicher Angebote (Schulaustausch) auch die folgenden Bereiche in den Blick. Auch sie könnten von einer strukturellen Veränderung erfasst werden:

  • Organisationsabläufe und Management der Schule, Steuerung der Schulentwicklung,
  • Schulleben und unterrichtsergänzende Angebote,
  • demokratische Aufgabenteilung und Kooperation der Akteure,
  • schulische Sozialarbeit,
  • Netzwerke, Kooperationen und Partnerschaften,
  • bauliche Gestaltung und Ausstattung der Schule,
  • Qualitätsentwicklung und Erfolgskontrolle.

Der Prozess einer stärkeren Verankerung internationaler Aspekte im gesamten Schulleben kann dabei ein wichtiger Beitrag zur schulischen Qualitätsentwicklung sein.


Literatur:

Knight, J. (2003): Updated Definition of Internationalization, in: International Higher Education (33), https://doi.org/10.6017/ihe.2003.33.7391

UNESCO (2018): UNESCO Associated Schools Network. Guide for National Coordinators. Paris: UNESCO. Online verfügbar unter: https://www.unesco.de/sites/default/files/2019-03/UNESCO_Associated_Schools_Network-Guide_National_Coordinators.pdf

Mathar, R. (2017): „Der Lernbereich Globale Entwicklung als Aufgabe der ganzen Schule“, in: Engagement Global (Hg.): Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung (2. Aufl.)

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