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Aus der Bildungspolitik

Brandenburg will internationalen Austausch stärken

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Was im Koalitionsvertrag zum Schüler- und Jugendaustausch steht
Flagge des Landes Brandenburg

Brandenburg soll künftig von einer rot-schwarz-grünen Koalition regiert werden. Mit den im Koalitionsvertrag unter dem Titel „Zusammenhalt, Nachhaltigkeit, Sicherheit“ verankerten Zielen sollten gleiche Chancen und Perspektiven für alle Brandenburger geschaffen werden, sagte Ministerpräsident Woidke.

Die Verhandlungsführenden von SPD, CDU und Bündnis ’90/ Die Grünen in Brandenburg stellten am Freitag ihren 84-seitigen Koalitionsvertrag vor. Auch der internationale Schüler- und Jugendaustausch sowie die Vertiefung der Beziehungen zum Nachbarland Polen spielen eine Rolle.

»Austausch macht Schule« hat einmal zusammengestellt, wie die Parteien den Austausch zukünftig stärken wollen:

Kapitel „Europapolitische Zivilgesellschaft in Brandenburg“

„Wir stehen für ein Europa der Menschen. Daher werden wir intensiv mit europäischen Bewegungen wie dem Forum Europa Brandenburg, der Europa Union, den Jungen Föderalisten und der Europäischen Bewegung in Brandenburg zusammenarbeiten und insbesondere den grenzüberschreitenden Austausch durch Schul- und Hochschulpartnerschaften sowie Partnerschaften auf Kommunal- oder Vereinsebene fördern.

Insbesondere Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende sollen die Möglichkeit haben, an Austauschprogrammen teilzunehmen. Dem Thema Europa soll im Schulunterricht mehr Gewicht verliehen werden. Hier sind den Schulen und der Landeszentrale für politische Bildung als Akteuren die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.“ (Z 1265-73)

Kapitel „Jugend“

„Der Landesjugendplan, der Grundlage für die Jugendförderung, die außerschulische Jugendbildung, die internationale Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit ist, wird weiterentwickelt. [...] Das Land Brandenburg wird Jugendaustauschmaßnahmen im europäischen Kontext, insbesondere mit der Republik Polen und anderen östlichen Nachbarn, verstärken.“ (Z 1798-1806)

Kapitel „Europa/Polen“

„Um dem besonderen Auftrag der brandenburgischen Landesverfassung gerecht zu werden, ist die Kooperation von Brandenburg mit seinen polnischen Nachbarwojewodschaften besser zu koordinieren und weiter zu intensivieren. Hierfür wird die Koalition eine einheitliche Strategie entwerfen und die Funktion einer oder eines Beauftragten für Brandenburgisch-Polnische Beziehungen einrichten. Diese Funktion wird der Staatssekretärin bzw. dem Staatssekretär im Ministerium für Europa übertragen.“ (Z 1285-89)

„Die Koalition wird die Zusammenarbeit zwischen brandenburgischen und polnischen Bürgerinnen und Bürgern weiter intensivieren, insbesondere im Rahmen von kommunalen Partnerschaften und grenzüberschreitender Zivilgesellschaft und Initiativen. Das bildungspolitische Instrument der Gedenkstättenfahrten nach Polen soll ausgebaut und auf Gedenkorte der polnischen Geschichte erweitert werden.“ (Z 1291-95)

„Die Koalition wird den Immersionsansatz in Kitas besonders unterstützen, der Kindern im Rahmen des „Eintauchens“ in die Nachbarsprache einen leichten Zugang zur Sprache ermöglicht. Die Koalition wird im Rahmen der Erarbeitung des geplanten Mehrsprachigkeitskonzeptes den notwendigen Bedarf ermitteln, um die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen hierfür abzusichern, inklusive der Lehramtsausbildung. Die Gründung deutsch-polnischer Schulen wollen wir ermöglichen, Europaschulen wollen wir stärker unterstützen. Zudem ist eine bessere Vernetzung von Schulen, Hochschulen und Weiterbildungsträgern notwendig. Wir wollen die Kooperation zwischen Hochschulen in Brandenburg und Polen ausbauen.“ (Z 1312-19)

Kapitel "Digitale Schule“

„Das Lernen mit Digitalen Medien ist ein wichtiger Schwerpunkt. Die Koalition will die Chancen der Digitalisierung für Schulen mit Blick auf Lerninhalte, Lernformen und Lernziele nutzen. Für Lehrkräfte werden wir ein dezentral organisiertes Fortbildungsprogramm auflegen. Mit der Umsetzung des Digitalpaktes des Bundes wird die Voraussetzung geschaffen, dass ab 2021 eine digitale Lernumgebung für jede Schülerin und für jeden Schüler normal ist.“ (Z 1497-1500)

„Das Zusammenkommen von schulischen und außerschulischen Akteurinnen und Akteuren wird die Koalition unterstützen.“ (Z 1508)

Kapitel "Vorbereitung auf die Ausbildung“

„Das Land Brandenburg strebt den Ausbau der Mehrsprachigkeit an – insbesondere die polnische Sprache stehtdabei für uns im Zentrum. Für die polnische und die niedersorbische Sprache soll ein Mehrsprachigkeitskonzeptvon der Kita bis zum Abitur erarbeitet werden.“ (Z 1583-84)

„Wir werden die politische Bildung an Schulen durch die Initiierung von gesonderten politischen Bildungsangeboten für Lehrkräfte stärken. Ergänzend werden wir den Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte als Zielgruppe erweitern und eine gesonderte Projektförderung für politische Bildung für Projektwochen mit politischen Bildungsschwerpunkten ermöglichen. Wir werden das Fach Politische Bildung in den brandenburgischen Schulen insgesamt, besonders aber in den Oberschulen und Gesamtschulen der Jahrgänge 7 bis 10 stärken.“ (Z 1590-95)

Dem RBB zufolge verbleibt das Bildungsministerium bei der SPD.