Erasmus+ stärken: Überparteilicher Appell zur Zukunft des EU-Programms

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Für mehr internationalen Austausch und starke Bildungskooperation in Europa
Gruppenbild von Landtagsabgeordneten beim Besuch des Europäischen Parlaments Brüssel im Rahmen der Informationsreise „Herz, Hand und Kopf 2026“, im Hintergrund viele Flaggen

Erasmus+ braucht politische Stärkung

Abgeordnete aus zwölf deutschen Landtagen haben einen überparteilichen Appell initiiert. Sie fordern darin, das EU-Programm Erasmus+ deutlich zu stärken und langfristig abzusichern. 

Seit fast vierzig Jahren fördert das EU-Programm Erasmus+ die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen innerhalb der Europäischen Union und mit seinen Nachbarn, seit 2014 auch für Schüler:innen, Lehrkräfte und Schulen. Indem sie internationale Begegnungen und gemeinsames Lernen über Grenzen hinweg ermöglichen, stärken Schulpartnerschaften und Austauschmobilitäten von Erasmus+ die Zukunftschancen junger Menschen, internationale Verständigung und die Demokratie in Europa. 

Jetzt steht das Programm vor wichtigen politischen Entscheidungen: Im kommenden Jahr wird über seine Weiterführung und finanzielle Ausstattung verhandelt. Die unterzeichnenden Abgeordneten wenden sich deshalb mit ihrem Appell an die Mitglieder des Europäischen Parlaments. 

Im Kern fordern die unterzeichnenden Abgeordneten:
Erasmus+ muss fortgeführt und deutlich gestärkt werden, insbesondere in den Bereichen schulische Bildung und berufliche Bildung.

Wortlaut des gemeinsamen Appells

 

Sehr geehrte Mitglieder des Europäischen Parlaments,

seit 2019 treffen wir – Abgeordnete der Landesparlamente und der Ausschüsse für Bildung, Jugend und Europa – uns parteiübergreifend mit Fachkräften des internationalen Jugend- und Schüleraustauschs sowie mit Bildungsexpertinnen und -experten. Unter dem Motto „Herz, Hand und Kopf – Internationale Verständigung durch Jugend- und Schüleraustausch“ kommen wir zu Informationsreisen, Veranstaltungen und Fachkonferenzen zusammen. Heute ging unsere Reise nach Brüssel mit einem Besuch im Europäischen Parlament zuende.

Gerade in Zeiten internationaler Kriege und eines deutlichen Rechtsrucks in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird deutlich, wie unerlässlich internationaler Jugend- und Schüleraustausch ist. Interkulturelle Begegnungen junger Menschen, das Kennenlernen anderer Lebenswelten und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit leisten wichtige Beiträge zur internationalen Verständigung, zur Demokratiebildung und zur Friedenssicherung in Europa und seiner Nachbarschaft.

Wir sind überzeugt, dass das Förderprogramm Erasmus+ der Europäischen Union dabei eine entscheidende Rolle spielt – gerade weil es junge Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen und Bildungshintergründen erreicht.

Im Zuge des Mehrjährigen Finanzrahmens läuft das Programm 2027 aus. Derzeit beraten der Europäische Rat, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission über seine Fortsetzung.

Deshalb wenden wir uns heute mit der dringenden Bitte an Sie:
Setzen Sie sich dafür ein, dass

  • das Förderprogramm Erasmus+ fortgeführt und mindestens auf 60 Mrd. Euro aufgestockt wird,
  • Schwerpunkte auf die Bereiche Schulbildung und berufliche Bildung verlagert werden,
  • das Mitspracherecht der Mitgliedstaaten bei der Zuteilung und Priorisierung der Mittel erhalten bleibt.

Damit werden wesentliche Investitionen in die Zukunft Europas und der nächsten Generationen gesichert.

                                                                                          Brüssel, 25. März 2026

Namentlich unterzeichnet von:

Benjamin Adjei, Mitglied des Bayerischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen)
Nicole Bäumler, Mitglied des Bayerischen Landtags (SPD)
Jörg Bernstein,  Mitglied des Landtags Sachsen-Anhalt (FDP) 
Andrea Busche, Mitglied des Landtages Nordrhein-Westfalen (SPD)
Alske Freter, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (Bündnis 90/Die Grünen)
Ulrike Grosse-Röthig, Mitglied des Thüringer Landtags (Die Linke)
Sascha Haas, Mitglied des Landtags des Saarlandes (SPD)
Matthias Hey, Mitglied des Thüringer Landtags (SPD)
Monika Hohmann, Mitglied des Landtags Sachsen-Anhalt (Die Linke)
Eka von Kalben,  Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen)
Catherine Kern, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg (Bündnis 90/Die Grünen)
Sandra Khalatbari, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (CDU)
Louis Krüger, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (Bündnis 90/Die Grünen) 
Dr. Dörte Liebetruth, Mitglied des Niedersächsischen Landtags (SPD)
Thomas Lipmann,  Mitglied des Landtags Sachsen-Anhalt (Die Linke)
Ulrike Müller, Mitglied des Bayerischen Landtags (Freie Wähler)
Tristan Reim, Deputierter, Bremische Bürgerschaft (FDP)
Jeannine Rösler,  Mitglied des Landtags Mecklenburg-Vorpommern (Die Linke)
Florian Siekmann,  Mitglied des Bayerischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen)
Dr. Simone Strohmayr, Mitglied des Bayerischen Landtags (SPD)
Dr. Franziska Tell, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft (Bündnis 90/Die Grünen)
Jonas Urbach, Mitglied des Thüringer Landtags (CDU)

Mitglieder von Parlamenten können sich dem Appell anschließen und ihn mitzeichnen:
Tragen Sie sich hier ein!

Veröffentlicht am: 07.04.2026
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