Internationaler Austausch an allen Schularten

»Austausch macht Schule« ist mit der Vision gestartet, jede Schülerin und jeder Schüler sollte die Möglichkeit haben, zumindest einmal im Rahmen der schulischen Ausbildung an einem Austausch teilzunehmen. Klassischerweise wird internationaler Schüleraustausch aber mit dem Fremdsprachenunterricht verknüpft und findet vor allem an Gymnasien statt. Diese Grenzen wollen und müssen wir uns nicht setzen!

Unser Ziel ist Bildungsgerechtigkeit. Denn Kernanliegen des Austauschs ist die Vermittlung internationaler Erfahrungen – und die können Schüler*innen aller Altersstufen an allen Schultypen sammeln. Jede und jeder, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion, von individuellen Fähigkeiten oder den sozialen wie ökonomischen Voraussetzungen, sollte das für ihn oder sie geeignete Format finden können, Teil einer Begegnung zu sein und den Horizont zu erweitern.

Ein internationaler Austausch kann schon im Grundschulalter ein prägendes Erlebnis sein und gelingt auch im Rahmen von Projekten an Oberschulen oder Stadtteilschulen mit nichtsprachlichem Profil. Auch Berufsschüler*innen können sich, vielleicht im Anschluss an erste internationale Kontakte, ein Praktikum oder eine Anstellung im Gastland vorstellen.

Wir zeigen, wie Themen und die Zusammenarbeit in Projekten Gemeinsamkeiten offenbaren können, auch abseits der Fremdsprachenvertiefung. An dieser Stelle sammeln wir deshalb Beispiele aus der Praxis, mitsamt ihren Herausforderungen, Herangehensweisen und Chancen – sortiert nach verschiedenen Schultypen.

Grundschule

 

Die Grundschule umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 (in einigen Bundesländern die Klassenstufen 1 bis 6). Sie ist die einzige Bildungseinrichtung, die von fast allen Schülerinnen und Schülern gemeinsam besucht wird. Schulische Angebote für internationalen Austausch an Grundschulen wären deshalb ein besonders wirksamer Beitrag für Zugangsgerechtigkeit zu diesen Formaten.

Doch internationaler Schulaustausch an Grundschulen scheint auf den ersten Blick schwer vorstellbar: Die Kinder sind noch klein, die Fremdsprachkenntnisse kaum vorhanden – welche Lehrkraft will diese Verantwortung auf sich nehmen? Was haben die Schüler*innen davon – und lassen die Eltern das überhaupt zu?

Aber sowohl die Programme und Fördermöglichkeiten, als auch die Erfahrungen von Akteur*innen zeigen: Grundschulaustausch ist eine große Bereicherung für alle Beteiligten und kann unterschiedlichste Formate annehmen.

Hier finden Sie einen Überblick über Möglichkeiten, Methoden und Formate.

Förderschulen | Inklusion

 

Demnächst geben wir an dieser Stelle Beispiele für Austauschprojekte und methodische Unterstützungen für Förderzentren sowie einen Schwerpunkt zu inklusiven Ansätzen im internationalen Austausch. Zum Bildungsbereich der Förderschulen schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung:

„Im internationalen Vergleich wird in Deutschland ein großer Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf außerhalb des allgemeinen Schulsystems unterrichtet. Je nach Bundesland gibt es dazu bis zu elf unterschiedliche Typen von Förderschulen (z.B. Förderschulen für Gehörlose, Blinde, Sprachbehinderte, Lernbehinderte), die in einigen Bundesländern auch Sonderschulen, Förderzentren oder Schulen für Behinderte genannt werden. Mehr als drei Viertel aller Förderschülerinnen und Förderschüler verlassen die Schule ohne einen Hauptschulabschluss. Im Jahr 2009 hat Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert. Art. 24 dieses völkerrechtlichen Abkommens verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, ein „inklusives“ Bildungssystem zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wird gefordert, dass Kinder mit und ohne Behinderungen grundsätzlich gemeinsam an allgemeinen Schulen unterrichtet werden sollen.“ (Quelle: BpB)

Sekundarbereich I

 

Demnächst geben wir an dieser Stelle Beispiele für Austauschprojekte und methodische Unterstützungen speziell für die nichtgymnasialen weiterführenden Schularten. Zu diesem Bildungsbereich schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung:

„Im Sekundarbereich I fächert sich das Bildungssystem in verschiedene Schulformen bzw. Bildungsgänge auf, an denen nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet wird. In der Hauptschule, der Realschule und dem Gymnasium ist der Unterricht grundsätzlich auf einen bestimmten Abschluss bezogen. Schularten mit zwei Bildungsgängen führen sowohl den Haupt- als auch den Realschulbildungsgang, an Schularten mit drei Bildungsgängen (auch kooperative oder additive Gesamtschulen genannt) gibt es darüber hinaus noch einen Gymnasialbildungsgang. An integrierten Gesamtschulen besuchen die Schülerinnen und Schüler hingegen keinen bestimmten Bildungsgang. Sie können stattdessen in den einzelnen Fächern zwischen unterschiedlich anspruchsvollen Kursen wählen – so genannte Förder-, Grund- und Erweiterungskurse. Am Ende der Sekundarstufe I kann in allen Schulformen bzw. Bildungsgängen ein allgemeinbildender Schulabschluss erworben werden. Dieser bescheinigt die in der Schule erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem Zertifikat und berechtigt – je nach Abschluss – zum Besuch unterschiedlicher weiterführender Bildungseinrichtungen in Sekundarbereich II.“ (Quelle: BpB)

Sekundarbereich II

 

Demnächst geben wir an dieser Stelle Beispiele für Austauschprojekte und methodische Unterstützungen speziell für die gymnasialen weiterführenden Schularten. Zu diesem Bildungsbereich schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung:

„Der Sekundarbereich II umfasst allgemeinbildende und berufliche Vollzeitschulen sowie die Berufsausbildung im dualen System. Welche dieser Bildungseinrichtungen einem Jugendlichen offenstehen, hängt maßgeblich davon ab, welchen Schulabschluss er erlangt hat: Der Hauptschulabschluss qualifiziert vor allem zur Aufnahme einer dualen Berufsausbildung. Dazu müssen die Jugendlichen jedoch zunächst eine Lehrstelle in einen Betrieb finden. Gelingt dies nicht – und das gilt für einen beträchtlichen Anteil der Schulabgänger mit Hauptschulabschluss – so müssen die Jugendlichen, zumal sie noch schulpflichtig sind, eine berufsvorbereitende Maßnahme im Übergangssystem absolvieren. Für Jugendliche mit Mittlerem Schulabschluss (MSA) ist das Spektrum der Wahlmöglichkeiten deutlich größer. Der MSA ermöglicht neben der dualen auch die Aufnahme einer vollzeitschulischen Berufsausbildung und eröffnet – z.T. unter Voraussetzung eines bestimmten Notendurchschnitts – den Zugang zu den verschiedenen beruflichen Oberschultypen (FOS, BOS, Fachgymnasium) und zur gymnasialen Oberstufe. In der dualen und vollzeitschulischen Berufsausbildung erlangt man einen beruflichen Abschluss, der zur Aufnahme einer bestimmten Erwerbstätigkeit qualifiziert. Die übrigen (auch beruflich orientierten) Bildungsgänge führen zur allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife bzw. zur Fachhochschulreife, und berechtigen damit zur Aufnahme eines Studiums im Tertiärbereich. Allerdings nimmt auch ein beträchtlicher Anteil der Jugendlichen, die eine Hochschulzugangsberechtigung erlangt haben, eine duale oder vollzeitschulische Berufsausbildung auf.“ (Quelle: BpB)

Berufsbildende Schule

 

Die Berufsschule bildet in der Regel den schulischen Teil der dualen Berufsbildung und vermittelt Auszubildenden während ihrer Berufsausbildung die durch den Rahmenlehrplan bzw. den Lehrplan des jeweiligen Standortes bestimmten Inhalte, fördert die Allgemeinbildung und die jeweilige fachliche Bildung. Es gibt daher auch bestimmte Schwerpunkte zu einzelnen Kompetenzen.

In der Berufsbildung stellen Auslandsaufenthalte immer noch die Ausnahme dar. Dabei sind gerade für die berufliche Zukunft Auslandserfahrungen heute von besonderer Bedeutung. Austauschprogramme für Schüler*innen an berufsbildenden Schulen sind besonders deshalb schwerer zu organisieren, weil sich die Berufsbildungssysteme in den meisten anderen europäischen Ländern grundlegend vom deutschen dualen System unterscheiden: In Deutschland spielt der Ausbildungsbetrieb die zentrale Rolle und die Berufsschule ist in der Regel nachgeordnet. In den meisten anderen Ländern hingegen ist die berufliche Einstiegsqualifikation vollschulisch organisiert und der praktische Unterricht findet nur in Form kürzerer Praktika statt.

Da für viele junge Menschen die Hürde recht hoch ist, einen berufsbildenden Auslandsaufenthalt individuell und für sich selbst zu organisieren, hat die Berufsschule eine besondere Bedeutung dabei, erste Auslandserfahrungen am Beginn einer Berufslaufbahn zu ermöglichen und junge Menschen zu ermutigen, diese Schritte zu gehen.

Hier finden Sie gelungene Beispiele und Ansätze für den Austausch in der beruflichen Bildung.