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Aus der Initiative

Europa und Austausch an Schulen in Rheinland-Pfalz

Untertitel
Bei Regionalkonferenz Rheinland-Pfalz diskutieren Lehrer*innen von Europaschulen zu internationalem Austausch
Beim World-Café werden Vorschläge und Forderungen für eine Verbesserung von Austauschen diskutiert

Europa stand im Mittelpunkt der zweitägigen Konferenz in Ingelheim. Mehr als 80 Lehrerinnen und Lehrer, meist von Europaschulen des Landes, kamen mit Vertreter*innen der Fach- und Förderstellen zusammen, um Chancen für europäischen und internationalen Austausch zu diskutieren sowie Vorschläge zu erarbeiten, wie dieser wichtige Bildungsort noch ausgebaut werden kann.

Eingeladen hatten die Initiative »Austausch macht Schule«, Bildungsministerium und Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz sowie das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz.

Mit einem engagierten Aufruf zu Europa in der Schule eröffnete Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig die Konferenz.

Dr. Stefanie Hubig, Bildungsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, eröffnet die Regionalkonferenz in Ingelheim

„Das europäische Miteinander ist eine der Grundfesten der Bundesrepublik und es wird in Rheinland-Pfalz gelebt. Über die gemeinsamen Grenzen zu Frankreich, zu Belgien und zu Luxemburg hinweg und insbesondere durch unsere guten Beziehungen zu Partnerregionen in Bourgogne-Franche-Comté, zu Oppeln und Mittelböhmen. Rheinland-Pfalz ist Europa-Land. Rheinland-Pfalz ist Europaschulen-Land.

Lassen Sie uns das kommende Jahr zu unserem schulischen Europajahr machen. Unterstützen und initiieren Sie Projekte europäischer Begegnung analog und digital. Europa braucht vor allem eines: Europäerinnen und Europäer. Wir wollen an unseren Schulen zeigen: Wir sind diese Europäerinnen und Europäer, die diese glückliche Idee annehmen und pflegen und mit Leben erfüllen."

Für die Initiative begrüßte Bernd Böttcher die Teilnehmenden. Er betonte die Wichtigkeit von Austausch für die Demokratiebildung:

„Jeder junge Mensch sollte internationale Erfahrungen machen, um zu einem mündigen Bürger zu werden. Wir entscheiden in Wahlen immer auch über die Beziehungen zu unseren Nachbarn, über die Gestalt unserer immer internationaler werdenden Gesellschaft und über Lösungsvorschläge für globale Probleme. Schule hat den Bildungsauftrag, zu aktiver und mündiger Bürgerschaft zu befähigen. Das heißt, bei jungen Menschen ein offenes Weltverständnis und eine Kritikfähigkeit angesichts der Herausforderungen der Zeit auszubilden. Internationale Erfahrungen gehören dazu, sie sollten als wertvoller Bildungsort Teil jeder schulischen Ausbildung sein.“

Vernissage Guter Praxis, Regionalkonferenz Rheinland-Pfalz

Die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer fanden zunächst Anregungen und Beispiele bei der anschließenden Vernissage Guter Praxis. Hier stellten sich europäisch engagierte Projekte, Bildungsträger und Schulen vor.

Dann wurden in Arbeitsgruppen unterschiedliche Themenblöcke diskutiert: Wie finde ich eine Partnerschule? Was sind wesentliche Elemente von Austauschpädagogik? Wie wird Schulaustausch zum Projekt der gesamten Schule? Für die Teilnehmenden standen hier der Erfahrungsaustausch und die Vermittlung wichtiger Fachkenntnisse bei der Austauschorganisation und der nachhaltigen Etablierung von Partnerschaften im Mittelpunkt.
Landestypisch klang der Abend mit einer Winzervesper aus.

Am Beginn des zweiten Konferenztages wies Gottfried Böttger, ehemals Leiter des Pädagogischen Austauschdienstes, auf die politische Dimension von Schüler- und Jugendaustausch hin:

Gottfried Böttger leitet den zweiten Konferenztag ein

„Die damals so genannte Völkerverständigung ist im Vergleich etwa zu den Nachkriegsjahren heute deutlich in den Hintergrund gerückt. Der Jahrestag der Berlinblockade rief uns kürzlich in Erinnerung, welche Bedeutung das gute transatlantische Verhältnis für diese Anfangsjahre der Bundesrepublik hatte. Heute ist das anders. Doch was bedeutet das für die deutsch-amerikanischen Schulpartnerschaften?

Es ist wichtiger denn je, auch angesichts von Schwierigkeiten in den politischen Beziehungen – ob zu den USA, zu Russland oder der Türkei – den Austausch in diese Länder fortzusetzen. Man muss sich jedoch auch der politischen Dimension von Schüleraustausch immer bewusst sein und darf diese Fragen nicht ausklammern. Es ist daher wichtig, Schülerinnen und Schüler gut darauf vorzubereiten, wie man die nicht selten schwierigen Fragen sensibel anspricht.“

Informationen zum Schüleraustausch mit Frankreich an einem der Ländertische

Dies war ein guter Einstieg, um am Vormittag an Ländertischen konkrete Fragen zum Austausch mit Frankreich, Russland, Polen, Tschechien, die Türkei und Israel sowie zum individuellen Schüleraustausch weltweit zu stellen.

Von dieser Möglichkeit, sich eingehend zur Praxis, Förderung und zum Knowhow des bilateralen Austausches mit diesen Ländern zu informieren, wurde intensiv Gebrauch gemacht.

Diskussionen am Rande der Regionalkonferenz Rheinland-Pfalz

In einem zweiten Teil standen dann die Themen und Fragen auf der Agenda, die tags zuvor als Schlüsselaspekte einer Weiterentwicklung von schulischem Austausch in Rheinland-Pfalz identifiziert worden waren. Sie wurden nun in acht Gruppen bei einem World-Café diskutiert.

Eine ganze Reihe wichtiger Erkenntnisse und Vorschläge wurden gesammelt und werden nun als Ergebnisse der Konferenz in die Arbeit des Bildungsministeriums und des Pädagogischen Landesinstituts einfließen.

Vorstellung von Arbeitsergebnissen des World-Café

Zum Abschluss diskutierten Vertreter der wichtigsten Institutionen mit den Teilnehmenden in einem Fishbowl die zentralen Fragen an die Kultusverwaltung des Landes.

Staatssekretärin Heike Raab zum Abschluss der Konferenz

In ihrem Abschlussstatement griff Heike Raab, Staatsekretärin in der Staatskanzlei und Bevollmächtigte beim Bund und für Europa, für Medien und Digitales, einige dieser Anregungen auf, etwa diejenige, durch den Ausbau digitaler Infrastruktur an Schulen die Möglichkeiten für eine lebendige Europabildung und internationalen Austausch zu stärken.

Veranstalter der Konferenz waren Initiative »Austausch macht Schule«, Bildungsministerium und Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz sowie das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz. Sie wurde ermöglicht durch die Förderung der Stiftung Mercator und der Robert Bosch Stiftung.

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2019 - Regionalkonferenz Rheinland-Pfalz
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