Publikationsreihe „Russisch im Kontext“
Wie kann Lehren und Lernen über Russland und den postsowjetischen Raum angesichts des Angriffskrieges gegen die Ukraine reflektiert, kritisch und zukunftsorientiert gestaltet werden?
Die Reihe „Russisch im Kontext. Impulse für den Unterricht“ bietet unterschiedliche Anknüpfungspunkte für neue Perspektiven auf Russland und den Raum „Post-Ost“: russischer Imperialismus und sowjetische Nationalitätenpolitik, Kampf um nationale Selbstbestimmung (mit dem Schwerpunkt Ukraine), nationale und ethnische Vielfalt im postsowjetischen Raum, russische Propaganda und Desinformation.
Zur Erstellung dieser Publikation hat die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch erstmals mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammengearbeitet. Die Hefte stehen zum Download auf den Webseiten der beiden Kooperationspartner bereit.
Heft 1: Sprache und Macht. Imperiale Kontinuitäten in Russland
von Stefan Höhbusch, Prof. Dr. Heiko Pleines
Russlands Geschichte ist eine Geschichte der Expansion, geprägt von Eroberung, Unterwerfung und Assimilation anderer Ethnien. Wie diese Geschichte zum Thema im Unterricht werden kann, zeigt Stefan Höhbusch, der das Unterrichtsmaterial für das erste Heft der Publikationsreihe zusammengestellt hat. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Rolle die russische Sprache als Machtinstrument und kulturelles Erbe beispielsweise in Georgien spielt. Darüber hinaus wird thematisiert, wie die gegenwärtige russische Politik durch den „Russkij Mir“ an ihre imperiale Vergangenheit anknüpft.
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Heft 2: Facetten nationaler Identität. Die Ukraine
von Dr. Jule Böhmer, Prof. Dr. Heiko Pleines
Dieses Heft zeigt, wie die Ukraine ihre nationale Identität und kulturelle ihre nationale Identität und kulturelle Vielfalt trotz massiver Einflussnahme Russlands bewahrt und stärkt. Es bietet Einblicke in Geschichtspolitik, Sprachenvielfalt und Musik als Ausdruck eines freien und unabhängigen Landes.
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Heft 3: Diversität unter Druck. Ethnische und sprachliche Vielfalt in Russland
von Dr. Jule Böhmer, PD Dr. Tsypylma Darieva, Stefan Höhbusch
Dieses Heft veranschaulicht die ethnische und sprachliche Vielfalt in Russland. Es zeigt, wie der autoritäre Staat Sprachpolitik einsetzt, um kulturelle Vielfalt zu unterdrücken und russische Dominanz durchzusetzen. Zugleich wird die Kreativität indigener Gruppen hervorgehoben, die für ihre Sprache und Identität einstehen.
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Heft 4: Entlarvt. Wie russische Propaganda Tatsachen verzerrt
von Tamina Kutscher, Anita Vogelmann, Dr. Matthäus Wehowski
Dieses Heft analysiert Ziele, Methoden und Folgen russischer und prorussischer Propaganda und Desinformation und ordnet sie politisch und historisch ein. Am Beispiel des sogenannten „Großen Vaterländischen Krieges“ erfahren die Lernenden, wie historische Ereignisse von der russischen Staatsführung umgedeutet werden, um aktuelle politische Ziele zu rechtfertigen. Dabei wird die Rolle von Geschichtspolitik für die nationale Identitätsstiftung in Russland kritisch reflektiert. Die Materialien und Aufgaben unterstützen Lernende dabei, Manipulationsstrategien zu erkennen, kritisch mit Medieninhalten umzugehen und die Bedeutung von Meinungsfreiheit und unabhängiger Berichterstattung zu reflektieren. .
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Heft 5: Manipulation im Netz. Kanäle russischer Desinformation
von Mandy Ganske-Zapf, Anita Vogelmann, Dr. Matthäus Wehowski
Heft 5 der Reihe untersucht die Rolle von Sozialen Medien in Russlands Krieg gegen die Ukraine. Er verbindet politische Analyse mit medienpädagogischen Ansätzen um zu veranschaulichen, wie digitale Plattformen gezielt zur Beeinflussung öffentlicher Meinungen genutzt werden. Die Lernenden setzen sich damit auseinander, wie Soziale Medien gesellschaftliche Diskurse prägen und sowohl für Desinformation als auch für Informations- und Aufklärungsarbeit eingesetzt werden. Anhand der russischen sogenannten Doppelgänger-Kampagne wird nachvollziehbar, wie gezielt Falschinformationen verbreitet werden, um die Unterstützung für die Ukraine in Deutschland und der EU zu delegitimieren. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen sensibilisiert für die Mechanismen und Risiken digitaler Manipulation und stärkt die Fähigkeit, Quellen kritisch zu prüfen und Desinformation zu erkennen. .