Art der Veranstaltung
Regionalveranstaltungen

Regionalkonferenz Hamburg

Datum von / bis
bis
Teilnehmende der Regionalkonferenz Hamburg
Adresse

Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestraße 20
21107 Hamburg
Deutschland

Bundesland
Hamburg

Die Hamburger Regionalkonferenz ging von der Frage aus "Wie kann internationaler Austausch zu einem selbstverständlichen Teil schulischer Bildung in Hamburg werden?" Sie richtete sich an Leitungen und Lehrkräfte aller weiterführenden Schulen in Hamburg sowie Träger der außerschulischen Jugendbildung und Partner der Schulen.

Ziel der Veranstaltung war es, Hindernisse im schulischen Austausch zu identifizieren und mögliche Lösungen zu diskutieren. Dazu wurden zu Beginn einzelne gelungene Beispiele für Austauschprojekte an Hamburger Schulen vorgestellt. Anschließend sollten in acht verschiedenen Workshops Möglichkeiten erkundet werden, wie schulischer Austausch einen höheren Stellenwert an Schulen in Hamburg erhalten kann. Vorgestellt wurden verschiedene Methoden, um mehr Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an einem Austauschprojekt zu ermöglichen.

Partner der Initiative "Austausch macht Schule" bei dieser Konferenz war die Behörde für Schule und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Konferenz wurde ermöglicht durch die Förderung der Stiftung Mercator und der Robert Bosch Stiftung.

Folgende Workshops fanden statt:

1. Schulpartnerschaften und Oberstufenprofile

Das Modell des Gymnasiums Blankenese zeigt, wie der internationale Austausch im Schulalltag fest verankert werden kann und stellt vor, wie jedem Schüler die Erfahrung eines Schüleraustausches ermöglicht werden kann. In der Profiloberstufe der Schule finden projektbezogene Austausche mit europäischen Partnerschulen statt. Sie haben die herkömmlichen Studienreisen abgelöst. Wurden früher zumeist bekannte Sehenswürdigkeiten aufgesucht, geht es nun je nach Profilschwerpunkt etwa zum Straßentheater nach Ljubljana, zum Besuch der KFOR-Truppen im Kosovo oder zu einem Austausch über die deutsch-tschechische Geschichte nach Prag. Das Modell vermittelt, wie der Interkulturelle Austausch zum selbstverständlichen Element der Schulprofilbildung werden kann, zeigt zudem Wege inhaltlicher Ausgestaltung und ökonomischer Realisierung auf und stellt sie zur Debatte.

Durchführung:
Ingrid Herzberg (Schulleiterin am Gymnasium Blankenese) Andre Seegers (Koordinator der Austausche), Gerrit Wehofsich (Initiator des Kosovo-Austausches)

2. Erasmus+

In diesem Workshop werden die Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten des EU-Programms Erasmus+ im Schulbereich vorgestellt, und wie dieses Programm für den Austausch genutzt werden kann. Erasmus+ bietet Möglichkeiten für Lehrkräfte und Schulleitungen, einen Fortbildungskurs, eine Hospitation oder ein Job Shadowing an einer europäischen Bildungseinrichtung zu absolvieren und dabei auch zukünftige Partner für die eigene Schule zu entdecken. Und Erasmus+ bietet den Rahmen für Schulpartnerschaftsprojekte, in deren Rahmen Schülerinnen und Schüler mitarbeiten.  Zurzeit in der Planung ist die Erweiterung auf individuelle Schüleraustausche. Anhand des E+-Projekts der Otto-Hahn-Stadtteilschule „How I met my city – future stories about today’s cities“ erfuhren wir, wie das Thema Stadtentwicklung mit Partnerschulen aus Italien, Bulgarien, Frankreich, Spanien und Dänemark umgesetzt wird.

Durchführung:
Susanne Lonscher-Räcke (Behörde für Schule und Berufsbildung BSB) und Nicole Bartel (Otto-Hahn-Stadtteilschule)

3. Kooperation von Schule und Jugendarbeit bei internationalen Austauschprojekten

Kooperationen von Jugendarbeit und Schule eröffnen neue Möglichkeiten, mehr jungen Menschen unabhängig von kultureller und sozialer Herkunft, Behinderung und Bildungsgrad Lernerfahrungen durch grenzüberschreitende Mobilität zu ermöglichen. Im Workshop wurden die Vorteile sowie verschiedene Spielarten der Zusammenarbeit vorgestellt sowie Empfehlungen für das Gelingen guter Kooperationsprojekte gegeben. Mit dem Hamburger Erinnerungs- und Verständigungsprojekt „Sound in the Silence – Neue Formen der Erinnerung“ wurde ein konkretes Beispiel aus dem Arbeitsbereich Kulturelle Bildung des Vereins für stadtteilbezogene Kultur- und Sozialarbeit MOTTE e.V. präsentiert. Das interdisziplinäre Bildungsprojekt versteht sich als Ergänzung zur schulischen Bildung und kooperiert mit Schulen, Künstler- und Partnernetzwerken.

Durchführung:
Griet Gäthke (MOTTE e.V.) Anne-Sophie Lelièvre und Agnés Pruvost (Deutsch-Französisches Jugendwerk DFJW)

Langfristige Schüleraustauschprogramme und Austauschschülerinnen und -schüler

4.1    Langfristige Schüleraustauschprogramme und ihre Integration in die Schullaufbahn

Viele Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für einen individuellen Auslandsaufenthalt während ihrer Schulzeit. Lehrerinnen und Lehrer werden in diesem Zusammenhang oftmals gebeten, ein Gutachten zu verfassen oder zu den verschiedenen Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten und zu deren Integration in die Schullaufbahn zu beraten. Im Laufe des Workshops wurden die wichtigsten Fragen und Antworten zum langfristigen Schüleraustausch behandelt, Orientierungshilfen für die Wahl der richtigen Austauschorganisation vorgestellt sowie verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten und Anrechnungsmöglichkeiten beleuchtet.

Durchführung: 
Susanne Kordasch (Youth for Understanding YFU)

4.2    Integration und von Austauschschülerinnen und -schülern in den Schulalltag

Die (Re)Integration von Austauschschülerinnen und Austauschschülern stellt Schulen vor administrative, aber auch betreuungstechnische Herausforderungen. Aufbauend auf den Erfahrungswerten ehemaliger Austauschschülerinnen und Austauschschüler, die von ihrem schulischen Wiedereinstieg nach dem Auslandsaufenthalt berichten, werden Möglichkeiten  und Tipps vermittelt, die eine Reintegration der Schülerinnen und Schüler erleichtern können. Darüber hinaus informierte der Workshop, wie die Aufnahme eines internationalen Gastes an der Schule gestaltet werden kann, welche Punkte zu beachten sind und welche Vorteile der interkulturelle Austausch bringt. Dazu wurden u.a. bestehende Ressourcen, Materialien und Methoden für den Einsatz im Klassenzimmer und in der Beratung vorgestellt und diskutiert.

Durchführung:
Piotr Filochowski (AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.)

5.    Drittmittel für Jugendaustausch - Fördertöpfe, Netzwerke & Co

Eine Jugendbegegnung kostet Geld! Das wissen die Menschen am besten, die sie organisieren und dabei mit knappen Mitteln auskommen müssen. Meist fehlt nur  wenig Geld, um Eigenbeiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu senken, einen besonderen Ausflug zu machen oder einen Workshop anzubieten. Im Laufe des Workshops setzten sich die Teilnehmenden damit auseinander, wo Drittmittel eingeworben werden können. Neben theoretischen Begriffsklärungen und inhaltlichem Input war vor allem viel Raum für Austausch und Diskussion. Dabei standen Schulen als Träger des internationalen Jugendaustauschs im Mittelpunkt der Diskussion. Die Teilnehmenden analysierten die Netzwerke ihrer Schulen und überlegen, wie diese auf lokaler Ebene zur Drittmittel-Akquise genutzt werden.

Durchführung:
Saskia Herklotz und Michael Teffel (Deutsch-Polnisches Jugendwerk DPJW)

6.    Schulpartnerschaften im ENSA-Programm: Partner finden und Partner werden

In diesem Workshop sollten unterstützende Rahmenbedingungen und Herangehensweisen zum Auf- und Ausbau (entwicklungspolitischer) Schulpartnerschaften dargestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Konkrete Beispiele dafür bot die Hamburger Schul-partnerschaft zwischen dem Helene-Lange-Gymnasium und der Kiluvya Secondary School, die im Kontext der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dar es Salaam (Tansania) entstanden ist. Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Partnerschaft unterstützten hier die Verankerung der Schulpartnerschaft in beiden Partnerkommunen und begleiteten diesbezügliche Aktivitäten. Abschließend konnten sich die Teilnehmenden des Workshops über die Angebote des ENSA-Programms von Engagement Global im Auftrag des BMZ sowie der PASCH-Initiative des Pädagogischen Austauschdienstes der KMK informieren.

Durchführung:
Hannah Kalhorn (Entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm ENSA)

7.    Projektmanagement für Schüleraustausch

Wer einen Schüleraustausch leitet, muss die Möglichkeiten und Stärken vieler Beteiligter in zwei Ländern miteinander in Einklang bringen und verantwortet ein Projekt, das etwa 18 Monate umfasst, meist aber auf mehrere Jahre angelegt ist. Der Austausch berührt Schülerinnen und Schüler, Eltern und Familien, Schulleitung und Kollegium, Geldgeber, Mensa, Referenten, Reiseunternehmen und lokale Medien, und nicht immer liegen die Einzelinteressen all dieser Partner auf einer Linie. Der Workshop bot einen Einblick in die Projektphasen und zeigte, welche Schritte vor, während und nach den Begegnungen notwendig sind, damit zwischen Gastgebern und Gästen sowohl in der Schule als auch innerhalb der Familien und Freundeskreise ein bereichernder und erkenntnisfördernder Dialog stattfindet.

Durchführung:
Martina Homburg (Lise Meitner Gymnasium, 2010-2017 Koordinatorin des deutsch-indischen Schüleraustauschs Hamburg-Hyderabad)

8.    Austausch macht Schule, aber wie kann Schule Austausch machen?

In diesem Workshop wollten wir mit Schulleitungen, Lehrkräften, Vertreterinnen und Vertretern des Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und der Schulbehörde Möglichkeiten ausloten, wie der internationale Austausch optimal in der Lehrkräftefort- und -ausbildung in Hamburg verankert werden kann. Welche Vorstellungen und Bedarfe haben unsere Schulen? Wie beurteilt das LI das Anliegen, den internationalen Austausch zu stärken? Welche Vorgaben seitens der Schulbehörde sind zu beachten? Welche formalen Schritte sind nötig? Wie kann die Initiative Austausch macht Schule helfen (auch finanziell)? Welche Ansätze werden in der Praxis bereits verfolgt, was wäre zusätzlich hilfreich? Mit Ihnen als Experten aus der Praxis mochten wir Leitfragen formulieren und überlegen, ob und wie die das Thema nachhaltig gestaltet werden kann.

Durchführung:
Nadine Binder und Jane Neugebauer (InterCultur gGmbH)

9.    eTwinning - Das Netzwerk für Schulen in Europa

Mit hilfe des EU-Programms eTwinning können Lehrkräfte unkompliziert Kontakte zu Partnerschulen in ganz Europa knüpfen und gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern medien-basierte Unterrichtsprojekte verwirklichen. Der Workshop gab einen Überblick über den Aufbau der Plattform und die vielseitigen Möglichkeiten von eTwinning. Folgende Aspekte standen im Mittelpunkt:
•    Partnersuche für europaweite Schulprojekte
•    Zusammenarbeit mit den Partnerschulen im geschützten Online- Klassenzimmer "TwinSpace"
•    Einführung in die Werkzeuge der eTwinning-Plattform
•    Anerkennung für gelungene Projektarbeit
•    Vorstellungen des umfangreichen Fortbildungsangebots bei eTwinning
Anhand von Praxisbeispielen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops Inspirationen für die interdisziplinäre europäische Projektarbeit und konnten selbst Projektideen passend zu Unterrichtsfächern und den eigenen Schülerinnen und Schülern entwickeln.

Durchführung:
Ulrike Ritter (Pädagogischer Austauschdienst PAD)

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