Internationaler Schulaustausch: Beratung und Vernetzung beim Fachtag in NRW
Am 14. Oktober 2026 kamen in Düsseldorf über 140 Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Vertreterinnen und Vertreter von Fach- und Förderstellen bei der Fachtagung „Internationaler Austausch im Schulbereich“ zusammen, um sich über Programme, Fördermöglichkeiten und Unterstützung für internationale Schulpartnerschaften zu informieren und Erfahrungen auszutauschen.
Die wie in den vorangegangenen Jahren von der Bezirksregierung Düsseldorf organisierte Veranstaltung bot Fachvorträge, Praxisberichte, thematische Foren und einen Markt der Möglichkeiten mit persönlichen Beratungsangeboten.
Schulpartnerschaften aufbauen und Austausch gestalten
Zum Auftakt informierten die Bezirksregierung Düsseldorf und das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen über Programme und Fördermöglichkeiten für den internationalen Schulaustausch.
Ein Runder Tisch widmete sich dem internationalen Austausch in herausfordernden Zeiten. Anschließend gab Dr. Julia Sattler von der TU Dortmund einen wissenschaftlichen Impuls mit sehr persönlichen Einblicken zum Thema Austausch und interkulturelles Lernen.
Am Nachmittag standen vier Themen im Mittelpunkt:
- Internationale Schulpartnerschaften aufbauen: Von der Partnersuche bis zur ersten Begegnung
- Internationale Schulbegegnungen finanzieren: Fördermöglichkeiten und Grundlagen der Antragstellung
- Internationale Schulentwicklung gestalten: Austausch langfristig in schulische Strukturen integrieren
- Austausch in herausfordernden Zeiten: Internationale Begegnungen sicher und verantwortungsvoll planen
In den gut besuchten Foren stellten Schulen ihre Erfahrungen und Projekte vor. Die Praxisbeispiele zeigten sehr konkret, welche unterschiedlichen Wege in einen Schulaustausch führen können und wie Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützt werden können. Die Beispiele und die Ergänzungen durch eingeladene Gäste boten konkrete Anregungen für die Umsetzung eigener Austauschvorhaben und Gelegenheit für Nachfragen.
Wie Schulen ihre Ressourcen bündeln können, zeigte ein Beispiel aus Wuppertal: Fünf Gymnasien - darunter das Gymnasium Bayerische Straße – organisieren gemeinsam internationale Austauschprojekte mit China und Indien. Im Forum zur nachhaltigen internationalen Schulentwicklung berichteten zwei Lehrkräfte über ihre Zusammenarbeit. Eine Schülerin, die selbst an einem Austausch teilgenommen hatte, stand anschließend für Fragen zur Verfügung.
Persönliche Beratung stark nachgefragt
Ein wichtiger Bestandteil des Fachtags war der Markt der Möglichkeiten. Hier standen verschiedene Fach- und Förderstellen für persönliche Gespräche zur Verfügung.
„Austausch macht Schule“ betreute gemeinsam mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke (DTJB) einen Gemeinschaftsstand. Mit eigenen Informationsständen waren außerdem UK-German Connection, der Pädagogische Austauschdienst (PAD), die sowie Experiment e. V. mit Angeboten von Schule Global vertreten.
Die Gespräche zeigten, wie unterschiedlich der Unterstützungsbedarf der Schulen ist. Unter den zahlreichen Interessierten waren einige neu gegründete Schulen oder solche, die erstmals internationale Kontakte knüpfen und Austauschprojekte aufbauen möchten. Andere Schulen verfügten bereits über langjährige Erfahrungen, suchten jedoch neue Partner, weil bestehende Schulpartnerschaften weggefallen waren. Wieder andere wollten ihre erfolgreichen Austauschaktivitäten ausweiten.
Besonders gefragt waren persönliche Ansprechpersonen, die Unterstützung bei der Suche nach internationalen Partnerschulen sowie Beispiele guter Praxis, an denen sich Schulen bei der Planung eigener Begegnungen orientieren können.
Der direkte Kontakt zu den Fach- und Förderstellen ermöglichte es, individuelle Fragen zu klären, geeignete Förderprogramme kennenzulernen und konkrete nächste Schritte zu besprechen.
Ein gutes Beispiel für andere Bundesländer
Die Bezirksregierung Düsseldorf koordiniert im Auftrag des NRW-Schulministeriums in landesweiter Zuständigkeit internationale Austauschprogramme und Projekte für den Schulbereich in Nordrhein-Westfalen. Seit mehreren Jahren bietet sie regelmäßig Fachtage zum internationalen Austausch im Schulbereich an und schafft damit eine wichtige Gelegenheit zum Austausch von Lehrkräften untereinander und mit der Kultusverwaltung sowie den bundesweiten Fach- und Förderstellen.
Gerade die wiederkehrende Durchführung ist ein Vorteil: Sie eröffnet auch jenen Lehrkräften und Schulleitungen die Möglichkeit zur Teilnahme, die in den Vorjahren nicht dabei sein konnten. Zugleich können sich Schulen entsprechend ihrem aktuellen Entwicklungsstand informieren – von der ersten Partnersuche bis zur Erweiterung bestehender Austauschprogramme.
Solche Veranstaltungen zeigen, wie Bildungsverwaltungen Schulen beim internationalen Austausch konkret unterstützen können. Neben Informationen zu Programmen und Fördermitteln sind vor allem persönliche Beratung, verlässliche Ansprechpersonen und der Austausch über erfolgreiche Praxis von Bedeutung.
„Austausch macht Schule“ begrüßt dieses Engagement und regt an, vergleichbare Fachtage auch in anderen Bundesländern regelmäßig anzubieten. Die Initiative unterstützt Schulverwaltungen und weitere Interessierte gern bei der Konzeption und Durchführung entsprechender Veranstaltungen.
Denn damit mehr junge Menschen an internationalen Schulbegegnungen teilnehmen können, brauchen Schulen gute Beratung, geeignete Rahmenbedingungen und Zugang zu den bestehenden Unterstützungsangeboten.