Safeguarding Toolbox – Methoden & Praxisideen für die internationale Jugendarbeit

Untertitel
Praxisnahe Methoden für Kinderrechtschutz und Verantwortung im internationalen Jugend- und Schulaustausch
Cover der Publikation „Safeguarding Toolbox“ für internationale Jugendarbeit
Autor/in
Stefan Beckmann, Gregor Christiansmeyer und Agata Piluszczyk
Umfang
216
Sprachen
Deutsch, Englisch, Polnisch, Bosnisch/Kroatisch/Montenegrinisch/Serbisch

Wie können internationale Teams gemeinsam Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen übernehmen – trotz unterschiedlicher Sprachen, Erfahrungen und rechtlicher Rahmenbedingungen?

Die Safeguarding Toolbox bietet praxisnahe Methoden, mit denen Teams eine gemeinsame Haltung entwickeln, Risiken bei ihrer Projektarbeit reflektieren und in internationalen Begegnungen handlungsfähig werden.

Worum geht es – was bedeutet Safeguarding?

Kind sitzt allein und zurückgezogen am Boden – Beispiel für Gefährdung von Kinderrechten

Safeguarding rückt die Rechte, das Wohlbefinden und die Sicherheit junger Menschen in den Mittelpunkt. Gerade in der internationale Jugendarbeit sowie im internationalen Jugend- und Schulaustausch entstehen dabei besondere Herausforderungen: unterschiedliche Schutzverständnisse entstehen dabei besondere Herausforderungen: unterschiedliche Schutzverständnisse, Sprachbarrieren, rechtliche Unterschiede und unausgesprochene Annahmen im Team.

Die Safeguarding Toolbox setzt hier an – nicht als Ersatz für bestehende Schutzkonzepte, sondern als methodische Ergänzung. Sie unterstützt internationale Teams dabei, Verständigung zu fördern, Verantwortung zu klären und Safeguarding als gemeinsame Praxis zu verankern.

Haltung statt Patentrezepte

Die Safeguarding Toolbox liefert keine fertigen Lösungen und keine rechtliche Beratung. Stattdessen hilft sie den Teams, reflektiert und im Dialog gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Ihr Ziel ist es, Teams darin zu stärken, Safeguarding als Haltung zu verstehen und im Projektalltag aktiv umzusetzen.

Im Gespräch mit „Austausch macht Schule" erläutert Gregor Christiansmeyer, einer der Autoren, 
Hintergründe des Konzepts Safeguarding und die Umstände der Entstehung der Toolbox.

Was bietet die Toolbox? – Methoden und Materialien

  • erprobte Methoden mit klaren Step-by-Step-Anleitungen
  • Einsatzmöglichkeiten in Vorbereitung, Durchführung und Auswertung internationaler Begegnungen
  • Übungen für Projektteams und Teilnehmende
  • Checklisten, Kopiervorlagen, Fallbeispiele und ein Glossar
  • Mehrere Sprachversionen zur Nutzung in internationalen Teams

Die Methoden sind bewusst niedrigschwellig gestaltet und lassen sich flexibel an unterschiedliche Kontexte anpassen.

Aufbau und Einsatz der Safeguarding Toolbox

Die Safeguarding Toolbox kombiniert eine kurze inhaltliche Einführung mit einem umfangreichen Methodenteil. Die Methoden decken unterschiedliche Phasen internationaler Begegnungen ab – von der Vorbereitung im Projektteam über die Arbeit mit Teilnehmenden bis zur gemeinsamen Auswertung.

Behandelt werden u.a.:

  • Die gemeinsame Entwicklung einer Safeguarding-Haltung im Team
  • Risikoanalyse und rechtliche Rahmenbedingungen im internationalen Kontext
  • der Umgang mit Grenzverletzungen und herausfordernden Situationen
  • die Stärkung von Kinderrechten, Partizipation und Wohlbefinden
  • Reflexion und Lernen für zukünftige Projekte

Ergänzt wird der Methodenteil durch Checklisten, Fallkarten, Kopiervorlagen und ein Glossar. So unterstützt die Toolbox Teams dabei, Safeguarding nicht nur zu planen, sondern im Projektalltag konkret umzusetzen.

Abbildung einer Methode zur Intervention bei Konflikten zwischen Jugendlichen im Austausch

Für wen ist die Safeguarding Toolbox im Jugend- und Schulaustausch geeignet?

Die Toolbox richtet sich insbesondere an 

  • Fachkräfte der internationalen Jugendarbeit
  • Projektleitungen und Multiplikator:innen
  • Lehrkräfte und Teams im internationalen Schüler-, Schul- und Jugendaustausch

Sie ist vor allem geeignet für Projekte mit mehrtägigen Begegnungen und Übernachtungen in interkulturellen Gruppen – schulisch wie außerschulisch.

Mehrsprachig nutzbar im internationalen Kontext

Die Safeguarding Toolbox ist so konzipiert, dass internationale Teams gemeinsam mit ihr arbeiten können – auch über Sprachgrenzen hinweg. Durch die parallele Nutzung derselben Methoden in unterschiedlichen Sprachen wird Verständigung im internationalen Team erleichtert. 

Derzeit liegen folgende Sprachversionen vor:

  • Deutsch (PDF, gedruckt)
  • Polnisch (PDF, gedruckt)
  • Englisch (PDF, gedruckt)
  • BCMS – Bosnisch-Kroatisch-Montenegrinisch-Serbisch (als PDF)

Weitere Sprachfassungen (z.B. Französisch, Rumänisch) sind geplant. 

Bei Interesse kann pro Träger ein kostenfreies Druckexemplar unter [email protected] angefordert werden.

 

Herausgeber:innen und Kontext

Gruppenfoto der Autoren der Safguard Toolbox: Agata Piluszczyk, Gregor Christiansmeyer und Stefan Beckmann (v.l.n.r.)

Entwickelt wurde die Safeguarding Toolbox von Stefan Beckmann, Gregor Christiansmeyer und Agata Piluszczyk. Alle drei bringen langjährige Erfahrung aus der internationalen Jugend- und Bildungsarbeit ein und beschäftigen sich mit Fragen von Schutz, Kinderrechten und Zusammenarbeit in internationalen Austauschformaten.

Die Publikation entstand in der Zusammenarbeit zwischen der Kommende Dortmund, dem Prä-ventionsteam der Erzdiözese Paderborn, das als Herausgeber fungiert, und dem internationalen Netzwerk socioMovens. Dabei greift die Toolbox Erfahrungen aus der Praxis dieses Netzwerks auf und übersetzt sie in konkrete, methodische Zugänge für internationale Teams.

Übersetzung und Layout der deutsch- und polnischsprachigen Versionen der Toolbox wurden gefördert vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW).

 

Veröffentlicht am: 23.01.2026