KI aus der Luft – Drohnen für die Waldbrandprävention
Ein deutsch-türkischer Schüleraustausch zwischen berufsbildenden Schulen zeigt, wie sich technische und digitale Kompetenzen praxisnah vermitteln lassen: Im Austausch zwischen der Werner-von-Siemens-Schule in Hildesheim und einer Partnerschule in der Türkei arbeiten Schüler:innen gemeinsam an einem Projekt zur Waldbrandprävention mit Drohnen. Der Austausch verbindet Fachunterricht Elektro- und Informationstechnik mit konkreter Anwendung und internationaler Zusammenarbeit.
Lernen an realen Herausforderungen
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines sogenannten Lernträgers – eines Systems, das dauerhaft im Unterricht eingesetzt werden kann. Die Schüler:innen erwerben dabei Kenntnisse in der Arbeit mit Drohnen, die sie
- selbst programmieren (u. a. mit Python),
- technisch anpassen und mit Sensoren ausstatten,
- zur Datenerhebung und Analyse nutzen.
So entsteht Schritt für Schritt ein funktionierendes System, mit dem erprobt werden kann, wie Drohnen zur frühen Erkennung von Waldbränden eingesetzt werden könnten.
Der Lernträger ist bewusst kein fertiges Produkt, sondern ein weiterentwickelbarer Baukasten aus Technik, Software und Aufgabenstellungen. Neue Schülergruppen können darauf aufbauen und eigene Ideen einbringen.
Internationale Zusammenarbeit als Lernmotor
Die Partnerschaft entstand aus dem persönlichen Kontakt eines Lehrers zur Alanya Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi, einer berufsbildenden Schule in Alanya (Türkei), und entwickelte sich schnell zu einer intensiven fachlichen Zusammenarbeit.und entwickelte sich schnell zu einer intensiven fachlichen Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Begegnung, sondern vor allem der gemeinsame Fachaustausch in den Bereichen:
- Elektrotechnik
- Informationstechnik
- Digitalisierung
Während der Austauschphasen arbeiteten die Jugendlichen in internationalen Teams zusammen – meist auf Englisch. Die gemeinsame Projektarbeit an den Drohnen erwies sich dabei als verbindendes Element, das sprachliche und kulturelle Unterschiede in den Hintergrund treten ließ.
Fachunterricht trifft Praxis
Das Projekt ist eng mit dem Unterricht verzahnt: Grundlagen aus den MINT-Fächern werden zunächst im Unterricht erarbeitet und anschließend im internationalen Kontext praktisch angewendet.
Dabei zeigen sich deutliche Entwicklungen bei den Jugendlichen:
- steigende fachliche Motivation
- wachsendes Vertrauen in die eigenen technischen Fähigkeiten
- mehr Selbstständigkeit und Verantwortungsübernahme
- gestärkte Team- und Kommunikationskompetenzen
Viele Schüler:innen öffnen sich zunehmend für neue Perspektiven und trauen sich an komplexere Problemstellungen heran.
Herausforderungen gemeinsam meistern
Zu Beginn gab es Bedenken hinsichtlich der Sprachkenntnisse, den fachlichen Vorkenntnissen der Schüler:innen und zur Organisation eines technisch anspruchsvollen Projekts im internationalen Kontext.
Im Projektverlauf zeigte sich jedoch schnell, welche Faktoren zum Gelingen beigetragen haben:
- Englisch als Projektsprache erwies sich als praktikable gemeinsame Arbeitsgrundlage
- Klare Aufgabenverteilung erleichterte die Zusammenarbeit im internationalen Team
- Sorgfältige fachliche und organisatorische Vorbereitung bildete die Grundlage für die Zusammenarbeit
- Kontinuierliche Begleitung durch die Lehrkräfte unterstützte den Arbeitsprozess an jedem Punkt.
Entscheidend war vor allem das sich die Technik als das verbindende Element erwiesen hat: Das gemeinsame Interesse an der Arbeit mit Drohnen hat beim gemeinsamen Projekt für den klaren Fokus in der Zusammenarbeit gesorgt.
So fanden sich die Schüler:innen schnell in internationalen Teams zusammen und arbeiteten konzentriert an gemeinsamen Lösungen. Das Projekt zeigt, wie praxisorientierte Projektarbeit im internationalen Austausch Zusammenarbeit erleichtert und neue Lernräume eröffnet.
Nachhaltige Wirkung über den Austausch hinaus
Das Projekt wirkt aber auch über die eigentlichen Begegnungen hinaus: An der Schule ist ein längerfristig nutzbares Lernsystem entstanden. Drohnen, Programme und Aufgabenstellungen bleiben erhalten und können von zukünftigen Jahrgängen weiterentwickelt werden.
Auch die Partnerschule in der Türkei kann die entwickelten Ansätze übernehmen und an die eigenen Rahmenbedingungen anpassen. Eine Fortsetzung des Austauschs ist schon im Schuljahr 2026/27 geplant.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie internationaler Schüleraustausch mit praxisnaher MINT-Bildung verknüpft werden kann. Die Verbindung von Technik, Teamarbeit und gesellschaftlicher Relevanz schafft motivierende Lernräume – und eröffnet neue Perspektiven für Schule und internationale Zusammenarbeit.
Der Schulaustausch zwischen Hildesheim und Alanya wurde durch die Deutsch-Türkische Jugendbrücke gefördert.