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„Auslandserfahrung für Alle!“

Weltreise-Workshops der Kreuzberger Kinderstiftung für Real- und Oberschulen
Weltreise Workshop in Aktion - mit Corona-Abstand

In den Workshops erhalten Schüler*innen Informationen zu den verschiedensten Möglichkeiten, während oder nach der Schulzeit Auslandserfahrungen zu sammeln. Dazu gehen jugendliche Trainer*innen direkt in die 8. – 10. Klassen an Schulen in Berlin, Brandenburg und Sachsen und sprechen dort besonders diejenigen an, die im Austausch bislang meist unterrepräsentiert sind.
Aktuell sucht die Kreuzberger Kinderstiftung Schulen in Brandenburg und Sachsen als Partnerinstitutionen für die Weltreise-Workshops.

von Moritz Decker (Kreuzberger Kinderstiftung)

Schülerinnen und Schüler von Gymnasien nehmen nachweislich viel häufiger an längeren Austauschformaten teil als Jugendliche anderer Schulformen. Wir finden das ungerecht! In den letzten zehn Jahren haben wir deshalb rund 600 Nicht-Gymnasiast*innen mit einem Stipendium ein Schuljahr im Ausland ermöglicht.

Unser Stipendium „Erlebe Europa!“ unterstützt deshalb Schüler*innen von Sekundar-, Ober-, Gesamt- und Realschulen, deren Familien die Kosten des Auslandsjahres allein nicht tragen können. Wir arbeiten mit den vier größten, gemeinnützigen Austauschorganisationen AFS, YFU, Open Door International und Experiment e.V. (Mitglieder von AJA) zusammen. Mit unserem Europa-Schwerpunkt möchten wir den europäischen Zusammenhalt stärken.

Die Materialien des Weltreise Workshops

Viele Sekundar-, Ober- und Gesamtschüler*innen schrecken jedoch vor einem ganzen Jahr im Ausland zurück. Deshalb haben wir gemeinsam mit transfer e.V. aus Köln das Projekt „Auslandserfahrung für Alle!“ entwickelt. In 90-minütigen Workshops wollen wir den Jugendlichen auch andere Möglichkeiten wie Workcamps, Jugendbegegnungen und Freiwilligendienste nahebringen.

Die interaktiven Workshops bieten wir ab sofort in den Klassen 8-10 in Berlin, Brandenburg und Sachsen an. Gestaltet werden sie von jungen Trainer*innen, die selbst schon Auslandserfahrung gesammelt haben und von uns ausgebildet wurden. Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Mercator. Die ersten 30 Workshops haben wir schon erfolgreich durchgeführt. Für die Schulen ist das Angebot kostenfrei.

Wie gehen wir auf die derzeitige Sondersituation durch die Corona-Pandemie ein?

Vor jedem stattfindenden Schulworkshop sprechen wir mit der Schulleitung oder deren Vertretung die notwendigen Schutzmaßnahmen ab. In der Vermittlung unserer Inhalte gehen wir auf die derzeitige Situation ein und sprechen z.B. über Reisewarnungen oder Ausreiseunsicherheiten bei den Auslandsprogrammen.

Grundsätzlich möchten wir mit den Workshops bei den Jugendlichen aber die Neugier auf eine Zeit im Ausland wecken. Entsprechend den aktuellen Corona-Hygienemaßnahmen können wir unseren Workshop auch im Freien, z.B. auf dem Schulhof, anbieten.

Weltreise Workshop in Aktion im Garten der Kreuzberger Kinderstiftung

Was passiert im Workshop?

Zwei Trainer*innen kommen an die Schule und falten auf dem Boden des Klassenraums eine 3 x 4 m große Weltkarte auf LKW-Plane auf. Die Schulklasse wird in zwei Teile geteilt. Die nächsten 45 min spielt die Klasse eine Quizralley auf der Weltkarte. Kerngedanke ist dabei, dass alle Schüler*innen sich selbst auf Weltreise sehen und erleben sollen.

Nach einer kurzen Pause berichten die Trainer*innen anschließend von ihren Erfahrungen und Erlebnissen im Ausland. Die Jugendlichen können ihnen Fragen stellen. Darauf werden mithilfe von eurodesk Materialien vier Möglichkeiten vorgestellt, wie sie an Formaten des internationalen Jugendaustauschs teilnehmen können.

Welche Möglichkeiten werden vorgestellt?

  1. Schuljahr im Ausland
  2. Jugendbegegnungen
  3. Workcamps
  4. Freiwilligendienste

Im Laufe des zweijährigen Projektzeitraums von August 2019 bis August 2021 sollen mit den Weltreise-Workshops rund 2.000 Jugendliche persönlich vor Ort in insgesamt 75 Workshops erreicht werden. Seit Oktober 2020 haben bereits 30 Workshops stattgefunden, in denen 600 Jugendliche erreicht wurden. Kooperationspartner im Projekt ist transfer e.V. Der Verein bildet im Rahmen des Kooperationsprojektes 80 Schüler*innen und Lehrer*innen zu JugendAuslandsBerater*innen (JAB) aus, die an ihren Schulen im Projektzeitraum rund 200 Jugendliche individuell beraten.

Wir bieten den Workshop auch in Deutscher Gebärdensprache an.

Rückmeldungen von Beteiligten

Alle Trainer*innen mit dem Ausbildungszertifikat der Kreuzberger Kinderstiftung

„Ich fand den Workshop interessant. Wir haben viel Neues gelernt, was wir noch nicht wussten.“ (Merve, 15 Jahre, Neukölln)

„Auch die Rückmeldung unserer Schülerinnen und Schüler fiel durchweg positiv aus. Über die Sinnhaftigkeit der vermittelten Inhalte brauchen wir nicht zu reden-auch die Art und Weise wie Themen vermitteln wurden war äußerst adressatengerecht. Nochmals Danke dafür.“ (Herr Miserius, 2. Stellvertretender Schulleiter, Karl Sellheim-Oberschule Eberswalde)

„Es macht immer viel Spaß, die eigenen Auslandserfahrungen und das Wissen an jüngere Schüler und Schülerinnen weiterzugeben!“ (Angelina, 17 Jahre, Weltreise-Workshop-Trainerin aus Kreuzberg)

Die Kreuzberger Kinderstiftung

Die Kreuzberger Kinderstiftung gAG setzt sich seit 2004 für Bildungsgerechtigkeit und Jugendengagement ein. Sie fördert Projekte, vergibt Stipendien und setzt eigene Programme um – in Berlin-Kreuzberg, Deutschland und darüber hinaus. Die KKS baut auf die Fähigkeiten junger Menschen, unterstützt ihr Engagement und ermöglicht Bildungsangebote. Dabei konzentriert sie sich auf diejenigen, die vom Bildungssystem, ihren Eltern oder ihrem sozialen Umfeld nur wenig Unterstützung erhalten.

Wir fördern ausschließlich Schüler*innen, die kein Gymnasium besuchen. Bewerben können sich Schüler*innen aus ganz Deutschland, die nach der 10. Klasse mit einer unserer Partnerorganisationen ein Jahr im europäischen Ausland verbringen. Wir unterstützen diejenigen, die ohne Stipendium nicht am Austauschprogramm teilnehmen könnten. Die Höhe des Stipendiums richtet sich nach dem Familieneinkommen.

Wir vergeben ausschließlich Stipendien für europäische Gastländer. Denn Europa ist vielfältig und interkulturelles Lernen ist in Estland oder Portugal genauso möglich wie in Japan oder Costa Rica.

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