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Erfahrung teilen und sich Unterstützung holen

Die Trainer:innensuche der Plattform DINA.international
Trainer:innensuche

DINA.international dient seit zwei Jahren als nicht-kommerzielle online-Plattform für den internationalen Austausch. Ein neues Tool unterstützt nun zusätzlich bei der Planung von Präsenzbegegnungen und virtuellen Projekten: die Trainer:innensuche ist ein Marktplatz für personelle Unterstützung bei Austauschvorhaben – von Dolmetscherinnen über Begleiter bis zu Hilfe bei technischen Fragen.

DINA ist ein Kind der Pandemie. Als Präsenzbegegnungen plötzlich nicht mehr möglich waren, musste eine datenschutzkonforme Lösung für den virtuellen Austausch her, die den Bedürfnissen von Schulen und mehrsprachigen Gruppen entsprach. Die Fach- und Förderstellen für den internationalen Schüler- und Jugendaustausch taten sich dafür zusammen, seither wachsen die Möglichkeiten auf DINA stetig weiter.

Die Trainer:innensuche ist dieses Jahr neu hinzugekommen. Sie bietet den Nutzer:innen die Möglichkeit, sich selbst als Trainer:in, Dolmetscher:in oder Begleiter:in zu kennzeichnen. Andere Nutzer:innen können so für ihre Projekte oder für einen Austausch Expert:innen finden und kontaktieren. Und die Trainer:innen können ihre Fähigkeiten zur Geltung bringen und direkt auf DINA angeworben werden.

Benjamin Holm (Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch)

Mitbegründer Benjamin Holm, Abteilungsleiter Innovation und Qualitätssicherung bei der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, erklärt: „DINA ist der Ort, wo neben Austausch-Teilnehmer:innen auch Leitungen zusammenkommen und sich austauschen. Die Idee von DINA ist, sein Projekt in den Kontext anderer Projekte zu stellen. In Foren werden gemeinsame Interessen besprochen oder Infos zu Veranstaltungen geteilt, Materialien werden gesammelt und allen zur Verfügung gestellt.“ So sei es naheliegend gewesen, auch personelle Kapazitäten zu vermitteln. „Man kann über die Entdecken-Funktion Fachkräfte in seiner Nähe finden oder eben über die Trainer:innensuche nach Qualifikationen filtern“, so Benjamin Holm.

Es gibt schon eine Basis mit Trainer:innen, sodass sich die Suche und das Stöbern bereits lohnt. „Wir fangen aber erst jetzt so richtig an mit der Werbung für die Trainer:innensuche. Es ist wie gesagt eine Suche mit Filtern – der Pool kann gar nicht groß genug sein, zumal sich ja Leute aus allen Ländern und unterschiedlichsten Qualifikationen anmelden können“, sagt Holm.

Trainer:innensuche

Die Angebote reichen von Simultandolmetschen in diversen Sprachkombinationen über Beratung zu thematischen Aspekten bis hin zu Fundraising und Projektaufbau. Die Hintergründe der Anbietenden sind unterschiedlich: Einige können ihre Angebote innerhalb ihres Jobs umsetzen, etwa bei den Fach- und Förderstellen für den internationalen Schüler- und Jugendaustausch oder bei NGOs. Andere stehen frei- oder nebenberuflich zur Verfügung, manche auch ehrenamtlich. „Hier sind die Leute frei in der Verhandlung, da gibt es sicher alles“, so Benjamin Holm. Abschrecken sollen die Kosten – etwa für Dolmetscher:innen – jedoch nicht, betont er: „Wir zahlen ja als Fach- und Förderstellen durchaus Zuschüsse – und hoffen, die Leute nutzen dieses Angebot auch.“

Trainer:innensuche

Das Ziel der Trainer:innensuche sei auch, eine Entlastung für die Lehrkräfte zu schaffen, so Holm. Indem externe Unterstützung dazu geholt wird, bleibt nicht mehr alles an einer Person hängen. Und man muss auch nicht mehr alles alleine können: So sollen Lehrkräfte für die Organisation einen Schulaustauschs motiviert werden, die es sich ohne diese Unterstützung vielleicht nicht zutrauen würden. „Zudem glauben wir, dass es im außerschulischen Bereich viele fitte Leute gibt, die hier aktiv werden können“, betont Holm.

Trainer:innensuche

Und wer noch nicht so genau weiß, wonach er oder sie sucht: Einfach mal alle Eingabefelder offenlassen und auf Suche klicken! Es wartet Inspiration aus Nah und Fern, zum Beispiel eine Trainerin in Buenos Aires, die für die Themen politischer Austausch, Inklusion und Tanz zur Verfügung steht und über sich schreibt:

„In particular I am interested in peace work and building bridges between different groups of people (cultures, ages, religion, sexual or political orientation, social class) THROUGH dance, because dance and body language is the language, we all speak and connect us from one human being to another.”

Oder ein französischer Dolmetscher in Berlin, der auch Deutsch-Japanisch simultan dolmetscht. Ein NGO-Mitarbeiter aus Tunesien, der sich mit Streetart beschäftigt. Und ein bisschen weitergescrollt, wartet das Profil einer Sprachanimateurin, die sich auch mit queerer Jugendarbeit und der tiergestützten Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auskennt.

Ein Beitrag von Christine Bertschi

Veröffentlicht am: 28.08.2023
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